Vollendung der ersten Südturmetage und Weihe der neuen Glocken

E I N E  R E P O R T A G E  V O N  H E I N Z  L E N Z

Nach 16 Jahren Restaurierungsarbeit am Südturm konnte 2003 ein stolzes Etappenziel erreicht werden: die Vollendung der ersten Südturmetage.

Dank immer effizienterer Abbaumethoden und der Verbesserung persönlicher Leistungen wurde das Tempo der Restaurierung stetig gesteigert.
Das Erreichen des 1. großen Bauabschnittes wurde am 7. September 2003 in einer Feierstunde gewürdigt, in großer Beteiligung der Bürger und der Gemeinde sowie durch die Teilnahme zahlreicher Prominenz, wie dem NRW-Staatssekretär, Manfred Morgenstern, dem Intendanten des WDR, Fritz Pleitgen, dem Dombaumeister der Dresdner Frauenkirche, Eberhard Burger, dem Vize-Präsidenten der UEAPME, KR Franz Bamberger und vielen weiteren Vertretern aus Kirche und Politik.

Gleichzeitig wurden auch die sieben neuen Glocken hochgezogen und im Glockenstuhl aufgehängt. Zum ersten Mal erklangen sie im Chor aller Soester Kirchenglocken.
Glockenstuhl und Glocken konnten komplett durch Spenden finanziert werden. Diese Tatsache nimmt die Gemeinde und die Soester Bevölkerung dankbar zur Kenntnis.



       Der letzte Stein des Wimpergs, feierlich bekränzt, vor dem Altar der Wiesenkirche.


Vorbereitungen zum Einbau des letzten Wimpergsteins, links Fritz Pleitgen, Intendant des WDR, der mit so launigen Bemerkungen wie gescheiten Fragen das Handeln der Bauleute zur Freude aller Anwesenden auf dem Gerüst begleitete.


                                                 Der Stein schwebt herab.


                                     Letzte Prüfung der Konsistenz des Mörtels.


                          Der Eckstein sitzt passgenau, das Werk ist vollendet.




Die neuen Glocken

Die Glocken, die am 14. Juni bei der Firma Bachert gegossen wurden, sind mittlerweile in Soest eingetroffen.
Sie sehen etwas anders aus, als wir sie aus unseren Kirchen kennen. Sie glänzen matt und haben noch keine Oxydationsschicht wie die alten, historischen Glocken.
Die Inschriften und Reliefs der neuen Glocken sind geritzt, eine alte Technik, die es schon im Mittelalter gab. Der Klang, so sind sich Dombaumeister Prigl und der Glockensachverständige Claus Peter einig, ist ausgezeichnet.
Bis Ende August standen die "Neuen" im Altarraum der Kirche und konnten besichtigt werden.


                                   Vor dem Südportal wurden die neuen Glocken
                               abgeladen und gleich von den Besuchern bestaunt.


                                          Ein Team des WDR ist auch zur Stelle.


                                       Glockensachverständiger und Dombaumeister
                                      bereiten die größte Glocke zur Klangprobe vor.


                            Der "Glockenpeter" prüft fachmännisch den Ton der Glocke.


                            Das umfangreiche "Besteck" des Glockensachverständigen


            Die Inschriften und Reliefs werden kontrolliert und ggf. sorgfältig nachziseliert.
  


                    Ein Relief mit drei Engeln, die Hagia Trias, auf der Sakramentsglocke
                                     


                                    Der Gnadenstuhl in der Wiesenkirche war Vorbild
                                         für das Relief auf der größten neuen Glocke.


                                       Alle neuen Glocken standen für 4 Wochen im
                                         Altarraum und konnten besichtigt werden.


                                                            Die Sonntagsglocke


                                Die letzte der neuen Glocken auf dem Taufstein


                                Bürgermeister Ruthemeyer bei seinem Grußwort


                 Dechant G. Breker (links) und stellv. Superintendent M. Sinn (Mitte)


                                        Eine der neuen Glocken im Glockenstuhl



                                    Die Glocken der Wiesenkirche

 h° Gloriosa
Unser Gott kommt und schweiget nicht
ca. 2500 kg
 d´  Sonntagsglocke  Ehre sei Gott ...
ca. 1600 kg
(waren vorhanden)

nach Konzeption des Glockensachverständigen Claus Peter:

 g´  Sonntagsglocke
(Gnadenstuhl
Komm o mein Heiland Jesu Christ, mein`s Herzen Tür
Dir offen ist. Ach, zieh mit Deiner Gnade ein, Dein
Freundlichkeit auch uns erschein.
 ca. 950 kg
 a´  Sonntagsglocke
 Sterbeglocke
Dein heil`ger Geist uns führ und leit den Weg zur ew`gen Seligkeit (Relief: Pieta)
 ca. 700 kg
 h´  Sonntagsglocke
Vaterunserglocke
 Dem Namen Dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr
 ca. 550 kg
d´´
 Sakramentsglocke
(Hagia Trias)
 Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir bis Du kommst in Herrlichkeit
 ca. 390 kg
 e´´  Gottvaterglocke Sanctus Sanctus Sanctus Deus Sabaoth, pleni sunt coeli et terrae gloria eius (mit fis ´´ und g ´´ als Teil- und Erweiterungsgeläute) Zusatz: ad signandum et cantandum gloriam dei aeternie
ca. 300 kg
 fis´´  Gottsohnglocke  Christus est imago Dei invisibilis, primogenitus omnis creaturae    Zusatz: nocte dieque vigil depromam carmina christo (Teil- und Zusatzgeläute)
 ca. 250 kg
 g´´  Gottgeistglocke  Spiritus Domini replevit orbem terrarum    Zusatz: cum sex sorroribus fusa sum ut laudem Dei aeterni tantummodo signem (Teil- und Zusatzgeläut)
 ca. 210 kg

Jürgen Prigl: " Es erfüllt mit großer Freude und Dankbarkeit, dass sowohl der neue Glockenstuhl als auch die sieben neuen Glocken und sämtliche damit zusammenhängenden Arbeiten durch Spenden von Firmen und Privatpersonen ermöglicht worden sind.
GOTT DIE EHRE, UNSER BESTES DEM WERK * "
Soest, am 17.Juli 2003

                                                                * Losung der Bauhütte "Zur dreifachen Treue"