Kinderfeldkirche mit Friedenstor

ein "Schutt-Projekt" für alle
überparteilich - generationsverbindend - sozial-integrativ



In der Restaurierung der Türme der Wiesenkirche fielen in der unteren Etage des Südturmes Steine an, die an sich Schutt darstellten, aber vielleicht zu kleinen Teilen für andere, mindere Zwecke noch nutzbar waren. Es entstand die Idee, daraus diese Feld-Kapelle als ein offenes Ensemble aus vielen solchen Steinen zu errichten.

Gruppen aus allen Bereichen der Gesellschaft bearbeiteten in der Werkstatt der Dombauhütte einzelne Steine. Mindestens wurde der Name oder ein Zeichen in den Stein gehauen. Aus diesen Bausteinen und aus weiteren, als Spende beigegebenen Materialien, wurde von 1999 - 2006 in freizeitlichem Engagement die Anlage errichtet.

Das Spektrum der Mitwirkenden umfasste Kindergärten, Schulen, Schützenvereine, Chöre, Freundeskreise ausländischer Mitbürger, Politiker und andere Personen der Öffentlichkeit, der Medien, der öffentlichen Verwaltung, Feuerwehr, Seniorenkreise, Familienkreise, Therapiegruppen, kirchliche Gruppen, Meisterschüler, etc.

Die Schirmherrschaft übernahmen die Minister für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Frau Ilse Brusis und Herr Dr. Michael Vesper.

Entwurfs- u. Projektverfasser sowie Leitung der Durchführung: Jürgen Prigl

Die Anlage steht auf einer Wiese neben dem Walpurgisheim im nördlichen Stadtgebiet von Soest. Sie ist öffentlich zugänglich vom Weslarner Weg aus, dort ist auch eine Bushaltestelle.


  

Foto: Soester Anzeiger, Alle Gesellschaftskreise arbeiteten beim Projekt "Kinderfeldkirche" mit, hin und wieder legten auch Prominente in der Bauhütte Hand an.

Von links nach rechts:
Dr. Michael Vesper, Minister für Städtebau und Wohnen, Kultur, Sport
Dr. Birgitta Ringbeck, Ministerium NRW
Landrat Wilhelm Riebniger
Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer
Europapolitiker Helmut Kuhne
Intendant des WDR/ARD Fritz Pleitgen
Dombaumeister Jürgen Prigl

 


Impressionen



Nach sieben Jahren erreichte das Freizeitwerk seine Bestimmung. Wie in einer Art sozialer Plastik hatte sich das Projekt nun zu einem kleinen Bauwerk vollzogen. Am 10. Juni 2006 erfolgte die Nutzungsübergabe.

Die Abmessungen der Feldkirche korrespondieren mit den Maßen des Mittelchores der Wiesenkirche. Der Torbogen aber hat die Form einer Parabel und ist nach Süden gerichtet. Der Mittelpunkt des Altarsteines im Zentrum der Anlage wurde via Satelliten von einem Vermessungsspezialisten exakt erfasst.








Einige der vielen Zeichen und mühevoll in den Stein geprägten Inschriften sind hier etwas näher besehen.







Über 1000 Menschen haben Hand angelegt, um die Feldkirche zu schaffen. Darunter waren viele Kinder, die ihren Namen oder ein Zeichen in einen Stein meißelten. Die Anlage kann von jederman genutzt werden.







Exemplarische Detailansicht einiger Einzelbausteine.






Inschrift von Johannes Rau anlässlich seines Besuches als Bundespräsident mit Gattin Christina in der Domauhütte am 20.12.2003:

Richter 5, 31:" So sollen umkommen, HERR, alle deine Feinde! Die ihn aber liebhaben sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht! Und das Land hatte Ruhe vierzig Jahre. "







Der rechts abgebildete Stein, mit einer linken Hand, ist der Anfängerstein am Tor, das Relief wurde gehauen an einem Sonntag nachmittag auf einem Workshop der Dombauhütte anlässlich eines Bördetages in Soest.













Der Schluss-Stein im Bogen des Tores wurde als letzter gehauen. Neben anderen Gedanken veranlasste die Zahl der in einzelne Bausteine gemeißelten Namen den Entwurfsverfasser zu einer Inschrift aus Off 2, 17: " ... ; und auf dem Stein ist ein neuer Name geschrieben, den niemand kennt als der, der ihn empfängt."







Übergabe eines Altartuches, welches Schülerinnen und Schüler einer Grundschule gestaltet haben.




Hier wird in der Anlage ein Kindergottesdienst gefeiert. Es sind auch andere Nutzungsmöglichkeiten möglich.