UNESCO: Dombauhütten als Immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet

Am Donnerstag, dem 17. Dezember kurz nach 16 Uhr war es soweit: Der zwischenstaatliche Ausschuss der UNESCO beschloss, das Bauhüttenwesen in sein „Register der guten Praxisbeispiele zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes“ aufzunehmen.

Alt-Dombaumeister Jürgen Prigl und die Belegschaft der Bauhütte an St. Maria zur Wiese verfolgten die Beschlussfassung in Paris per Livestream in der Werkstatt. Birgitta Ringbeck als Ministerialrätin beim Auswärtigen Amt für die Koordinierungsstelle Welterbe zuständig, ließ es sich nicht nehmen, vor Ort die Entscheidung mitzuerleben. Professor Eva-Maria Seng besuchte uns schon am Morgen und war dann die erste telefonische Gratulantin. Birgitta Ringbeck und Professor Seng haben wichtigen Anteil an der Entscheidung der UNESCO. Von Beginn an unterstützten und förderten sie die zur Nominierung und schließlich zur Auszeichnung führenden Initiativen der Dombauhütte an St. Maria zur Wiese. Der Eintrag in die UNESCO-Liste der „Best-Practise-Beispiele“ ist für uns – vereint mit den Kollegen der europäischen Bauhütten – eine hohe Auszeichnung, deren herausragende Bedeutung die reiche Berichterstattung in Presse, Funk und Fernsehen dokumentiert.

Bericht im Westfalenspiegel

Bericht im WDR

In gespannter Erwartung am Morgen der Entscheidung der UNESCO: Die beiden Dombaumeister an St. Maria zur Wiese, Jürgen Prigl und Gunther Rohrberg mit Professor Eva-Maria Seng (4. v. l.) im Kreis der Mitarbeiter von Dombauhütte, Dombauverein und Kreiskirchenamt.

Live per Stream dabei: Birgitta Ringbeck mit Jürgen Prigl und den Kollegen der Westfälischen Dombauhütte.

Die Entscheidung ist gefallen und die Freude groß: Jürgen Prigl im Interview mit dem WDR, der die Entscheidung live begleitete.

Immaterielles Kulturerbe

Die Aktivitäten für den Eintrag der Dombauhütten als Immaterielles Kulturerbe in die internationale Liste der UNESCO gehen in eine neue Runde – vor Ort und europaweit:

Am 29. Oktober 2020 nahm die Westfälische Dombauhütte an der Konferenz der Reflection Group „EU and Cultural Heritage“ teil. Bei der „Reflection Group“ handelt es sich um eine internationale Expertengruppe aus den U-Ländern und Norwegen, die das kulturelle Erbe als Ressource für Europavertritt und dies in die Gremien der EU vermittelt. Die diesjährige Sitzung der Reflection Group fand vom 28. bis 30. Oktober 2020 unter den Bedingungen der Corona-Pandemie als Online-Konferenz statt und wurde im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft durch die Vertreterin der Bundesländer in der Reflection Group, Professor Dr. Eva-Maria Seng (Uni Paderborn) in Partnerschaft mit der Kultusministerkonferenz und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen ausgerichtet und organisiert.

Mit Freude beteiligte sich die Westfälische Dombauhütte unter Dombaumeister a. D. und Kurator Jürgen Prigl an der Konferenz, um die Bauhütte an St. Maria als konkreten Ort zu präsentieren, an dem das Immaterielle Kulturerbe greifbar und erfahrbar wird. Unser „Auftritt“ mit kommentierter Präsentation und Film traf auf lebhafte Resonanz. Dabei erfreute vor allem die Anerkennung für die vielfältigen unterstützenden Initiativen und Projekte, die hier von Soest ihren Ausgang nahmen.

Nun erwarten wir im Dezember dieses Jahres gemeinsam mit allen Aktiven und den Kollegen aus den Bauhütten Europas die Eintragung in die internationale Liste der UNESCO. Gemeinsam hoffen wir auf die Anerkennung der einzigartigen Kulturleistung der Bauhütten durch die internationale Gemeinschaft.

Die Westf. Dombauhütte an St. Maria zur Wiese in Soest ist seit 2019 offiziell Immaterielles Kulturerbe

Seit 1978 listet die UNESCO Eintragungen von Objekten als Welterbe. Für das damit nicht zu verwechselnde Immaterielle Kulturerbe trat 2006 ein Abkommen in Kraft. Anfang des Jahres 2019 wurde das Bauhüttenwesen von der deutschen UNESCO-Kommission gemäß entsprechender Anträge als Immaterielles Kulturerbe auf nationaler Ebene als solches erweitert eingetragen, wodurch sich die in der Dombaumeistervereinigung als Mitglieder registrierten Bauhütten wieder als zusammengehörige Gruppe einfanden.

Die Bundesrepublik Deutschland war dem Abkommen zum Immateriellen Kulturerbe erst im Jahre 2013 beigetreten, Österreich 2009, die Schweiz 2008. Schon im selben Jahr fanden ambitioniert die ersten Aktivitäten dazu ambitioniert statt, wie die nebenstehenden Pressedokumente künden. Die Stellungnahme unseres Dombaumeisters ist von 2019.

Sehen Sie sich hier das Storytelling zum Bauhüttenwesen an, das die Deutsche UNESCO-Kommission veröffentlicht hat.

Presseartikel

Artikel in der Westfalenpost, 1.11.2008

Artikel im Soester Anzeiger, 1.11.2008

Artikel in Naturstein 12/08

Artikel im Soester Anzeiger 17.12.2020

Artikel im Soester Anzeiger 18.12.2020

Artikel in Dolomiten 23.12.2020

Artikel in Die Glocke 05.01.2021